Zur Geschichte des Bienehiisle
Das kleine Bienehiisle auf dem Gelände von Haus Bethanien blickt auf eine lange und besondere Geschichte zurück.
Ursprünglich gehörte es zur landwirtschaftlichen Frauenschule „Maria Immaculata“, die von den Franziskanerinnen auf dem Abtsberg in Gengenbach betrieben wurde. Da es in der Schule an Räumlichkeiten mangelte, wurde der große Raum des Bienehiisle kurzerhand zum Bügelraum für die Schülerinnen umfunktioniert – während im kleineren Raum weiterhin Bienen untergebracht waren.
Im Jahr 1939, zur Zeit des Dritten Reichs, mussten die Schülerinnen von heute auf morgen die Schule verlassen. Fortan nutzten die Ordensschwestern das Bienehiisle als Lagerraum für Gartengeräte, Frühbeetfenster und vieles mehr.
Wenn es Zeit war, den Honig zu schleudern, wurde das Häuschen ausgeräumt und sorgfältig geputzt. Zu dieser Zeit betreute Sr. M. Cöliflora bis zu 16 Bienenvölker, deren Honig für den Eigenbedarf der Schwestern bestimmt war. Wenn Sr. M. Cöliflora verhindert war, übernahm Sr. M. Athanasia die Pflege der Bienen.
Die Schwestern führten damals ihren Landwirtschaftsbetrieb selbst: Sie bestellten Felder, kümmerten sich um das Vieh und versorgten Haus und Hof mit allem, was gebraucht wurde.
Nach dem Tod von Sr. M. Cöliflora im Jahr 1978 setzte Sr. M. Athanasia die Arbeit mit den Bienenvölkern fort.
1990 musste die Imkerei aus gesundheitlichen Gründen und Zeitmangel leider aufgegeben werden.
Seither wurde das Bienehiisle erneut als Lagerraum genutzt – u. a. für Gartenutensilien und im Herbst für frostempfindliche Pflanzen. In einigen Sommermonaten diente es sogar zeitweise als Unterkunft für Jugendliche aus dem benachbarten Haus La Verna.
In den letzten Jahren wurde das Gebäude in vielen Arbeitsstunden und mit großem Engagement Stück für Stück saniert.
Am 11. Oktober 2024 wurde das Häuschen schließlich von Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz feierlich eingeweiht und gesegnet.
Ein Hinweis zur Schreibweise
Ursprünglich hatten wir das Häuschen in alten Veröffentlichungen als „Bienehiesle“ bezeichnet.
Ein Mundartexperte machte uns freundlicherweise darauf aufmerksam, dass es korrekt „Bienehiisle“ heißen muss – da die Dehnung in der alemannischen Mundart mit zwei gleichen Selbstlauten geschrieben wird (vergleichbar mit Huus für Haus oder Mooler für Maler).
Wir danken herzlich für diesen Hinweis und bemühen uns nun, die richtige Schreibweise konsequent zu verwenden. In älteren Dokumenten kann jedoch noch die alte Version auftauchen – wir bitten hierfür um Ihr Verständnis.
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